Stuttgart 21 ist der Name des hochambitionierten Großprojektes zum Umbau des historischen Kopfbahnhofs zu einem unterirdischen Durchgangsbahnhof, ergänzt durch vier neue Bahnhöfe, rund 100 Kilometer neue Gleise, 56 Kilometer Tunnelröhren, elf Tunnel, 42 Brücken und die Anbindung des Flughafens an das Fernbahnnetz. Erklärtes Ziel des Projekts ist es, Reisezeiten zu verkürzen, umsteigefreie Verbindungen im Regionalverkehr zu ermöglichen und den gesamten Knoten digital zu modernisieren.
Das Projekt Stuttgart 21 provozierte von Beginn an Widerstand. Neben generellen Vorwürfen der Umweltzerstörung wurden unter anderem fehlende demokratische Legitimation und Bürgerbeteiligung, Sicherheitsmängel, erschwerter Zugang für die Reisenden sowie insbesondere die intransparente und unrealistische Kostenkalkulation kritisiert. Ein nach gewalttätigen Auseinandersetzungen folgender Baustopp führte zu Schlichtungsgesprächen und einer Volksabstimmung im November 2011, bei der 58 Prozent der Stuttgarter für das Projekt stimmten.
Ursprünglich war die Eröffnung des Bahnhofs für Dezember 2019 vorgesehen. Der Termin wurde aber immer wieder verschoben. Knapp ein Jahr vor der geplanten Teilöffnung im Dezember 2026 sagte die neue Bahnchefin Evelyn Palla auch diesen Termin ab. Im Juni 2026 wurde dann bekannt, dass es wohl Probleme mit der Notstromversorgung und Baumängel an den Bahnsteigen gibt und außerdem anscheinend kilometerweise falsche Kabel verlegt worden sind. Mittlerweile scheint die Inbetriebnahme des Bahnhofs vor dem Jahr 2032 unrealistisch.
Wie bei Großprojekten üblich, explodierten im Laufe der Jahre die Kosten: von anfänglich 2,5 Milliarden Euro (1995) über 4,5 Milliarden Euro beim Baubeginn (2010) bis zu über 11 Milliarden Euro (2025) – zuzüglich eines fast aufgebrauchten Puffers von 500 Millionen Euro. Besonders brisant für die Bahn ist, dass der Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 dabei nur die ersten 4,5 Milliarden abdeckt. Die Differenz von bereits über sechs Milliarden Euro hat allein die Bahn zu tragen, da das Stuttgarter Verwaltungsgericht im Jahr 2024 entschieden hat, dass die übrigen Projektpartner nicht an den zusätzlichen Kosten beteiligt werden können. Letztendlich wird also der Steuerzahler die Mehrkosten tragen müssen, denn die Deutsche Bahn AG ist zwar ein privatwirtschaftliches Unternehmen, gehört aber zu 100 Prozent dem Bund.
Stuttgart 21 erscheint als gescheitertes Prestigeprojekt. Langfristiges Potenzial wurde durch katastrophale Planung und Umsetzung stark beschädigt. Mutige Visionen für zukünftige Infrastruktur sind wichtig, aber die Planung des Projekts war naiv, die Kommunikation und Entscheidungsfindung arrogant und die Kostenplanung extrem mangelhaft.
Das gescheiterte Großprojekt beschädigt dabei nicht nur die Reputation der Bahn, der Stadt Stuttgart und Baden-Württembergs, sondern auch den Industriestandort Deutschland insgesamt. Ehemals bekannt für herausragende Ingenieurleistung, Präzision und Effizienz, demonstriert Deutschland nach der Elbphilharmonie in Hamburg und dem Fiasko des Flughafens Berlin Brandenburg unter den Augen der Weltöffentlichkeit leider abermals, dass es im Niedergang begriffen ist.
Stand: Juni 2026
Tags: Evelyn Palla Deutsche Bahn Fahrgastverband Pro Bahn Hans Leister Zukunft Schiene Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 Montagsdemonstration Schwarzer Donnerstag Ingenieur Dietrich Wagner Rodung Schlossgartens Bauprojekt Bund der Steuerzahler Steuergelder Deutschland Verkehr Infrastruktur Planung Steuerung Digitalisierung European Train Control System ETCS Hitachi Technik Standard Zulassung Kosten
Das Projekt Stuttgart 21 provozierte von Beginn an Widerstand. Neben generellen Vorwürfen der Umweltzerstörung wurden unter anderem fehlende demokratische Legitimation und Bürgerbeteiligung, Sicherheitsmängel, erschwerter Zugang für die Reisenden sowie insbesondere die intransparente und unrealistische Kostenkalkulation kritisiert. Ein nach gewalttätigen Auseinandersetzungen folgender Baustopp führte zu Schlichtungsgesprächen und einer Volksabstimmung im November 2011, bei der 58 Prozent der Stuttgarter für das Projekt stimmten.
Ursprünglich war die Eröffnung des Bahnhofs für Dezember 2019 vorgesehen. Der Termin wurde aber immer wieder verschoben. Knapp ein Jahr vor der geplanten Teilöffnung im Dezember 2026 sagte die neue Bahnchefin Evelyn Palla auch diesen Termin ab. Im Juni 2026 wurde dann bekannt, dass es wohl Probleme mit der Notstromversorgung und Baumängel an den Bahnsteigen gibt und außerdem anscheinend kilometerweise falsche Kabel verlegt worden sind. Mittlerweile scheint die Inbetriebnahme des Bahnhofs vor dem Jahr 2032 unrealistisch.
Wie bei Großprojekten üblich, explodierten im Laufe der Jahre die Kosten: von anfänglich 2,5 Milliarden Euro (1995) über 4,5 Milliarden Euro beim Baubeginn (2010) bis zu über 11 Milliarden Euro (2025) – zuzüglich eines fast aufgebrauchten Puffers von 500 Millionen Euro. Besonders brisant für die Bahn ist, dass der Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 dabei nur die ersten 4,5 Milliarden abdeckt. Die Differenz von bereits über sechs Milliarden Euro hat allein die Bahn zu tragen, da das Stuttgarter Verwaltungsgericht im Jahr 2024 entschieden hat, dass die übrigen Projektpartner nicht an den zusätzlichen Kosten beteiligt werden können. Letztendlich wird also der Steuerzahler die Mehrkosten tragen müssen, denn die Deutsche Bahn AG ist zwar ein privatwirtschaftliches Unternehmen, gehört aber zu 100 Prozent dem Bund.
Stuttgart 21 erscheint als gescheitertes Prestigeprojekt. Langfristiges Potenzial wurde durch katastrophale Planung und Umsetzung stark beschädigt. Mutige Visionen für zukünftige Infrastruktur sind wichtig, aber die Planung des Projekts war naiv, die Kommunikation und Entscheidungsfindung arrogant und die Kostenplanung extrem mangelhaft.
Das gescheiterte Großprojekt beschädigt dabei nicht nur die Reputation der Bahn, der Stadt Stuttgart und Baden-Württembergs, sondern auch den Industriestandort Deutschland insgesamt. Ehemals bekannt für herausragende Ingenieurleistung, Präzision und Effizienz, demonstriert Deutschland nach der Elbphilharmonie in Hamburg und dem Fiasko des Flughafens Berlin Brandenburg unter den Augen der Weltöffentlichkeit leider abermals, dass es im Niedergang begriffen ist.
Stand: Juni 2026
Tags: Evelyn Palla Deutsche Bahn Fahrgastverband Pro Bahn Hans Leister Zukunft Schiene Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 Montagsdemonstration Schwarzer Donnerstag Ingenieur Dietrich Wagner Rodung Schlossgartens Bauprojekt Bund der Steuerzahler Steuergelder Deutschland Verkehr Infrastruktur Planung Steuerung Digitalisierung European Train Control System ETCS Hitachi Technik Standard Zulassung Kosten