Die Realschule ist eine weiterführende Schule im deutschen gegliederten Schulsystem, welche die Klassen 5 bis 10 beziehungsweise 7 bis 10 der Sekundarstufe I umfasst und mit dem mittleren Bildungsabschluss, der sogenannten mittleren Reife oder Fachoberschulreife, abschließt.
Die Anzahl der Realschulen ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. So gab es in Deutschland im Schuljahr 2023/24 nur noch 1.699 Realschulen. Dieser Rückgang ist teilweise auf die Zusammenlegung von Realschulen mit anderen Schulformen zurückzuführen, denn viele Bundesländer sind dazu übergegangen die Realschulen mit den Hauptschulen zu vereinen. Aus diesen Schulgemeinschaften werden dann je nach Bundesland neue Schulformen gebildet. In Berlin gibt es zum Beispiel die Integrierte Sekundarschule, in Thüringen die Regelschule, in Hamburg die Stadtteilschule, und in Schleswig-Holstein die Gemeinschaftsschule.
Der Trend zur Zusammenführung von Realschulen und Hauptschulen wird von vielen Eltern und Lehrern kritisch gesehen, da sie eine Senkung des Leistungsniveaus und eine Beeinträchtigung der Ausbildungsqualität befürchten. Die Realschule gilt als unproblematische und anerkannte Schulform. Durch die Zusammenlegung entstehen jedoch Klassen mit stark unterschiedlichen Leistungsniveaus, von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf bis hin zu solchen mit Gymnasialempfehlung. Dies führt zu einer Binnendifferenzierung, die das Lehrpersonal vor große Herausforderungen stellt, da eine individuelle Förderung aller Schüler in solchen heterogenen Klassen kaum möglich ist.
Gemäß dem Hamburger Abkommen der Kultusministerkonferenz von 1964 zielt der Realschulunterricht auf eine erweiterte Allgemeinbildung ab, die sowohl praxisorientiert als auch wissenschaftsbezogen ist. Der Abschluss befähigt zu berufsqualifizierenden Bildungsgängen, zum Eintritt in die mittlere Beamtenlaufbahn oder zum Besuch von Berufsfachschulen, Fachoberschulen oder der gymnasialen Oberstufe. Ein Schwerpunkt liegt auf der Berufswahlvorbereitung, die fächerübergreifend in verschiedenen Unterrichtsfächern behandelt wird, um den Schülern eine fundierte Orientierung zu ermöglichen.
Ab der 7. Klasse können Schüler im Wahlpflichtunterricht zwischen verschiedenen Schwerpunkten wählen, etwa naturwissenschaftlich-technischen, wirtschafts- oder gesellschaftskundlichen Profilen oder dem Erlernen einer zweiten Fremdsprache. Die konkreten Angebote variieren je nach Bundesland und Schule. Um die Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu gewährleisten, haben viele Bundesländer eine verpflichtende schriftliche Realschulabschlussprüfung eingeführt, die sich an den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz orientiert. Diese Prüfung ist jedoch in einigen Bundesländern nicht für die 10. Klasse des Gymnasiums verpflichtend. Rund ein Drittel der mittleren Bildungsabschlüsse wird im berufsbildenden System erworben, wo keine einheitlichen Bildungsstandards existieren.
In Baden-Württemberg besuchen etwa ein Drittel der Schüler die Realschule von Klasse 5 bis 10, und etwa ein Drittel der Realschüler strebt anschließend das Abitur an einem beruflichen Gymnasium an. Eine Besonderheit sind die Fächerverbünde EWG (Erdkunde, Wirtschaftskunde, Gemeinschaftskunde) und NWA (Physik, Biologie, Chemie). Ab der 7. Klasse wählen die Schüler ein Kernfach aus den Bereichen Technik, Mensch und Umwelt/Alltagskultur, Ernährung und Soziales oder Französisch, das mit drei Wochenstunden unterrichtet wird und für die Versetzung relevant ist. Neben der Realschule gibt es die Werkrealschule, die aus der Hauptschule hervorgegangen ist und ebenfalls einen mittleren Abschluss ermöglicht.
In Bayern fördert die Realschule sowohl theoretische als auch praktische Kompetenzen, um eine allgemeine und berufsvorbereitende Bildung zu gewährleisten. Seit dem Jahr 2000 umfasst die sechsjährige Realschule (R6) die Klassen 5 bis 10. Ab der 7. Klasse wählen Schüler aus vier Wahlpflichtfächergruppen: naturwissenschaftlicher Zweig (Mathematik, Physik, Chemie), wirtschaftswissenschaftlicher Zweig (Betriebswirtschaftslehre), sprachlicher Zweig (meist Französisch) oder ein musisch-gestaltender, hauswirtschaftlicher oder sozialer Zweig (z. B. Werken, Kunst, Sozialwesen). An der Universität Passau gibt es die bundesweit einzige Professur für Realschulpädagogik und -didaktik.
In Nordrhein-Westfalen erstreckt sich die Realschule über die Klassen 5 bis 10, wobei die Klassen 5 und 6 die Erprobungsstufe bilden, in der die Eignung für die Realschule überprüft wird. Mögliche Abschlüsse sind die Fachoberschulreife, die Fachoberschulreife mit Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe, der Sekundarabschluss I oder der Hauptschulabschluss nach Klasse 9. Trotz der Einführung von Gesamtschulen in den 1970er-Jahren und Sekundarschulen seit 2011, die zu Schließungen von Realschulen führten, bleibt die Realschule eine tragende Säule im Schulsystem. Seit 2020/21 ist das Fach Wirtschaft ein verpflichtendes Kern- und Wahlpflichtfach, ähnlich dem wirtschaftswissenschaftlichen Zweig in Bayern.
Stand: August 2025
Tags: Mittel Stadtteil Regionale Regel Stadtteil Haupt Ganztag Schule Gemeinschaftsschule Kooperative Gesamtschule Integrierte Sekundarschule Duale Oberschule Realschule plus Berufsschule Ausbildung Kinder Soziale Mobilität Bildung Chancen Aufsteiger Gleichheit Verlierer Benachteiligung
Die Anzahl der Realschulen ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. So gab es in Deutschland im Schuljahr 2023/24 nur noch 1.699 Realschulen. Dieser Rückgang ist teilweise auf die Zusammenlegung von Realschulen mit anderen Schulformen zurückzuführen, denn viele Bundesländer sind dazu übergegangen die Realschulen mit den Hauptschulen zu vereinen. Aus diesen Schulgemeinschaften werden dann je nach Bundesland neue Schulformen gebildet. In Berlin gibt es zum Beispiel die Integrierte Sekundarschule, in Thüringen die Regelschule, in Hamburg die Stadtteilschule, und in Schleswig-Holstein die Gemeinschaftsschule.
Der Trend zur Zusammenführung von Realschulen und Hauptschulen wird von vielen Eltern und Lehrern kritisch gesehen, da sie eine Senkung des Leistungsniveaus und eine Beeinträchtigung der Ausbildungsqualität befürchten. Die Realschule gilt als unproblematische und anerkannte Schulform. Durch die Zusammenlegung entstehen jedoch Klassen mit stark unterschiedlichen Leistungsniveaus, von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf bis hin zu solchen mit Gymnasialempfehlung. Dies führt zu einer Binnendifferenzierung, die das Lehrpersonal vor große Herausforderungen stellt, da eine individuelle Förderung aller Schüler in solchen heterogenen Klassen kaum möglich ist.
Gemäß dem Hamburger Abkommen der Kultusministerkonferenz von 1964 zielt der Realschulunterricht auf eine erweiterte Allgemeinbildung ab, die sowohl praxisorientiert als auch wissenschaftsbezogen ist. Der Abschluss befähigt zu berufsqualifizierenden Bildungsgängen, zum Eintritt in die mittlere Beamtenlaufbahn oder zum Besuch von Berufsfachschulen, Fachoberschulen oder der gymnasialen Oberstufe. Ein Schwerpunkt liegt auf der Berufswahlvorbereitung, die fächerübergreifend in verschiedenen Unterrichtsfächern behandelt wird, um den Schülern eine fundierte Orientierung zu ermöglichen.
Ab der 7. Klasse können Schüler im Wahlpflichtunterricht zwischen verschiedenen Schwerpunkten wählen, etwa naturwissenschaftlich-technischen, wirtschafts- oder gesellschaftskundlichen Profilen oder dem Erlernen einer zweiten Fremdsprache. Die konkreten Angebote variieren je nach Bundesland und Schule. Um die Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu gewährleisten, haben viele Bundesländer eine verpflichtende schriftliche Realschulabschlussprüfung eingeführt, die sich an den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz orientiert. Diese Prüfung ist jedoch in einigen Bundesländern nicht für die 10. Klasse des Gymnasiums verpflichtend. Rund ein Drittel der mittleren Bildungsabschlüsse wird im berufsbildenden System erworben, wo keine einheitlichen Bildungsstandards existieren.
In Baden-Württemberg besuchen etwa ein Drittel der Schüler die Realschule von Klasse 5 bis 10, und etwa ein Drittel der Realschüler strebt anschließend das Abitur an einem beruflichen Gymnasium an. Eine Besonderheit sind die Fächerverbünde EWG (Erdkunde, Wirtschaftskunde, Gemeinschaftskunde) und NWA (Physik, Biologie, Chemie). Ab der 7. Klasse wählen die Schüler ein Kernfach aus den Bereichen Technik, Mensch und Umwelt/Alltagskultur, Ernährung und Soziales oder Französisch, das mit drei Wochenstunden unterrichtet wird und für die Versetzung relevant ist. Neben der Realschule gibt es die Werkrealschule, die aus der Hauptschule hervorgegangen ist und ebenfalls einen mittleren Abschluss ermöglicht.
In Bayern fördert die Realschule sowohl theoretische als auch praktische Kompetenzen, um eine allgemeine und berufsvorbereitende Bildung zu gewährleisten. Seit dem Jahr 2000 umfasst die sechsjährige Realschule (R6) die Klassen 5 bis 10. Ab der 7. Klasse wählen Schüler aus vier Wahlpflichtfächergruppen: naturwissenschaftlicher Zweig (Mathematik, Physik, Chemie), wirtschaftswissenschaftlicher Zweig (Betriebswirtschaftslehre), sprachlicher Zweig (meist Französisch) oder ein musisch-gestaltender, hauswirtschaftlicher oder sozialer Zweig (z. B. Werken, Kunst, Sozialwesen). An der Universität Passau gibt es die bundesweit einzige Professur für Realschulpädagogik und -didaktik.
In Nordrhein-Westfalen erstreckt sich die Realschule über die Klassen 5 bis 10, wobei die Klassen 5 und 6 die Erprobungsstufe bilden, in der die Eignung für die Realschule überprüft wird. Mögliche Abschlüsse sind die Fachoberschulreife, die Fachoberschulreife mit Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe, der Sekundarabschluss I oder der Hauptschulabschluss nach Klasse 9. Trotz der Einführung von Gesamtschulen in den 1970er-Jahren und Sekundarschulen seit 2011, die zu Schließungen von Realschulen führten, bleibt die Realschule eine tragende Säule im Schulsystem. Seit 2020/21 ist das Fach Wirtschaft ein verpflichtendes Kern- und Wahlpflichtfach, ähnlich dem wirtschaftswissenschaftlichen Zweig in Bayern.
Stand: August 2025
Tags: Mittel Stadtteil Regionale Regel Stadtteil Haupt Ganztag Schule Gemeinschaftsschule Kooperative Gesamtschule Integrierte Sekundarschule Duale Oberschule Realschule plus Berufsschule Ausbildung Kinder Soziale Mobilität Bildung Chancen Aufsteiger Gleichheit Verlierer Benachteiligung